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Microsoft word - schizophrenie2a.doc


„Wenn ein Ganzes in Teile zerfällt, ruft es nach Integrität.“ (K. Isikli)


SCHIZOPHRENIE
Elementarfunktionen der Schizophrenie, die gestört sein können:

Störungen des Ich-Erlebens
Störungen der Wahrnehmung
Störungen des formalen und inhaltlichen Denkens
Antriebsstörungen
ELEMENTARFUNKTIONEN (2)
Dimensionen des ICHs

ICH-Aktivität: Ich tue
ICH-Vitalität: Ich bin
ICH-Grenze-Demarkation: Von innen nach außen. Ich kann Grenzen
schieben im Erleben meines Ichs
ICH-Konsistenz: Fähigkeit mich als einheitliches Wesen zu verstehen
ICH-Identität: Sicherheit der eigenen Gestalt
ICH-Selbstbild: Was ich von mir halte
ICH-Stärke: In sich selbst ruhen

Störungen des ICH-ERLEBENS
Entfremdungserlebnisse:

Derealisation: Die Umgebung erscheint unwirklich, fremd - auch
räumlich verändert
Depersonalisation: Ich-Teile des Körpers werden als fremd, verändert erlebt

Beeinflussungserlebnisse:

Gedankeneingebung: Gedanken sind von außen gelenkt, gesteuert
Gedankenentzug: Gedanken werden weggenommen
Gedankenausbreitung: Gedanken gehören nicht ihm allein, andere
nehmen daran teil
"Gefühl des Gemachten": Fremdbeeinflussungserlebnisse: Fühlen,
Streben ist von außen gemacht, gelenkt, gesteuert

Störungen der Wahrnehmung
Illusionen:

Es gibt etwas Reales, das subjektiv umgedeutet wird (Weidenbüsche im Nebel
erscheinen als „Erlkönig“)

Halluzinationen:

Optische Halluzinationen: Weiße Mäuse sehen
Olfakorische Halluzinationen: Plötzlich riecht es nach Gras
Gustatorische Halluzinationen: Es schmeckt wie Gift
Taktile (haptische) Halluzinationen: Eine kalte Hand liegt
auf dem Rücken
Koenästhetische Halluzinationen: Im Inneren spielt sich etwas
ab, Organe lösen sich auf
Akustische Halluzinationen "Stimmen hören":

Imperative Stimmen: Stimmen unterhalten sich über mich,
geben mir einen Befehl
Kommentierende Stimmen: Stimme lobt oder tadelt mich
Dialogisierende Stimmen: Stimmen reden über mich
Gedanken, die laut werden
Stimmen, die aus einem Körperteil kommen

Es liegt kein einheitliches Bild für die Schizophrenie vor.
Emil Kraepelins Definition:

MANISCH-DEPRESSIVES-IRRESEIN oder Dementia praecox

Eugen Bleuler definiert 1911 Schizophrenie als:

SPALTUNGSIRRSINN
Dabei wird „Spaltung“ nicht im Sinne einer Persönlichkeitsspaltung betrachtet, sondern als
eine elementare Störung des sich nicht mit sich einheitlich Fühlens.
Bei den schizophrenen Formen stehen formale Denkstörungen (Zerfahrenheit),
Affektstörungen (Affekte stimmen nicht mit dem Verhalten überein) und das Heraustreten
aus sozialen Kontakten im Vordergrund.
Schizophrenien können in unterschiedlichen Erscheinungsformen auftreten.

Ätiologie
Die Ursache ist nicht bekannt. Wahrscheinlich gibt es viele Ursachen.
Mulifaktorielle Ursachen

Krankheitsbereitschaft aufgrund genetischer Faktoren
Psychogene Faktoren (Ich- Entwicklungsdefizite, broken home)
Störungen der psychosozialen Entwicklung
(Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich)
Gestörter Kommunikationsstil: Double mind
Aktuelle auslösende Bedingungen
Unbekannte pathobiologische Vorgänge
Eventuell ein Überschuss des Neurotransmitters Dopamin
Biologische Komponenten (Hirnverletzung)
Ein Auslöser scheint die Krankheitssymptome zu aktivieren.
1% der Bevölkerung leidet irgendwann in seinem Leben unter Schizophrenie.

Verlauf
Der Verlauf ist vielgestaltig.
Das Vollbild kann akut auftreten oder sich schleichend entwickeln.
Die akute Manifestation dauert Wochen bis Monate. Sie kann in Schüben oder Phasen
auftreten. Die Suizidrate liegt bei 5%.
Der Verlauf erfolgt über die 1/3 Regelung

1/3 der Betroffenen erhält einen Schub und die Symptome bleiben erhalten
1/3 erlebt einen Schub mit einer Restsymptomatik:
Ein neuer Schub kann auftreten
1/3 erlebt einen Schub, der sich zurückentwickelt, es kann aber zu
einem neuen Schub kommen


Prognose
Positive Prognose bei positiver Symptomatik

Wahn - Halluzinationen - Ich-Erlebnisstörungen
Akutes Einsetzen der Störung
Nachweis von auslösenden Lebensereignissen wie z.B. Stress
Frühzeitig einsetzende adäquate Therapie

Negative Prognose bei negativer Symptomatik

Langsam schleichender Beginn
Fehlender Nachweis eines auslösenden Ereignisses
Mangelnde soziale Integration
Unter- oder Überstimulation im sozialen Bereich sind schädlich
Hohe EE – Werte: Expressed emotions (zu große Nähe / Intimität oder zu starke
kontroverse Emotionen)
Alogie (Verarmung der Sprache, wortkarg)
Affektverflachung:Verarmung des Fühlens, des emotionalen
Ausdrucks oder der Reaktion
Apathie: Mangel an Energie / Antrieb, kein Interesse
Aufmerksamkeitsstörungen: Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit
Grundsymptome nach Eugen Bleuler
Bleuler definierte das heute noch gültige Krankheitskonzept der Schizophrenie.
Er teilte die Symptome ein in:
Grundsymptome
Störungen des formalen Denkens

Denkzerfahrenheit
Gedankenabreißen
Neologismen
Vorbeireden

Affektstörungen

Inadäquate Affekte: Parathymie
Ambivalenz
Antriebsstörungen
Autismus

Akzessorische Symptome
Störungen des Inhaltliches Denkens

WAHN: Verfolgungs-, Bedeutungs-, Beeinträchtigungs–, Beziehungswahn

Störungen der Wahrnehmung

Halluzinationen: "Stimmen hören": dialogisierende - kommentierende – imperative

Störungen der Psychomotorik

Katatone Symptome: Stupor - Sterotypien - Mutismus – Katalepsie
(Automatismen, Negativismus)

Ich - Störungen

Entfremdungserlebnisse
Beeinflussungserlebnisse
Kurt Schneider (1945) unterteilt die Symptome.
Symptome 1. Ranges

Wahnwahrnehmung
Akustische Halluzinationen "Stimmen hören": dialogische, kommentierende,
imperative Gedanken werden laut
Gedankeneingebung - Gedankenentzug - Gedankenausbreitung
"Gefühl des Gemachten", leibliche Beeinflussungserlebnisse

Symptome 2. Ranges

Wahngedanke – Wahnidee - Wahneinfall
Sonstige Halluzinationen: Optische, olfaktorische, gustatorische,
taktile, koenästhetische
Affektstörungen
Formale Denkstörungen
Katatone Störungen

Die Schizophrenie erscheint in der ICD 10 als aufgearbeitete differenzierte
Fassung von Bleuler und Schneider:

Gedankenlautwerden, -eingebung, -entzug, -ausbreitung
Kontroll- und Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten, Wahnwahrnehmungen
Akustische Halluzinationen: Dialogisierende, kommentierende Stimmen,
Stimmen, die aus einem Körperteil kommen
Bizarrer, unrealistischer Wahn (Implatation eines Senders in der Haut)
Halluzinationen begleitet von Wahn
Gedankenabreißen, Zerfahrenheit, Danebenreden, Neologismen
Katatone Symptome
Negative Symptome wie: Apathie, Sprachverarmung,
verflachte / inadäquate Affekte, sozialer Rückzug

Diagnose
AKUTE SCHIZOPHRENIEFORME PSYCHOTISCHE STÖRUNG (ICD 10)

Gruppe 1 bis 4
Ein eindeutiges Symptom
Gruppe 5 bis 8
Mindestens 2 Symptome

Die Symptome sollten fast ständig während eines Monats auftreten.
Ausschluss von: Hirnverletzungen, Intoxikationen, Entzug
Sorgfältige laborchemische und apparative Untersuchungen (CCT)
sind erforderlich.

Wenn keine ausgeprägten manischen / depressiven Symptome auftreten, liegt
eine SCHIZOAFFEKTIVE STÖRUNG vor.
Die Definition ist uneinheitlich.
Patienten mit einer schizoaffektiven Störung zeigen eine Mischung zwischen
schizophrenen und affektiven Erkrankungen.


Diagnose und Abgrenzung
Diagnostische Schwierigkeiten treten bei einem schleichenden Krankheits-
prozess auf.
Einigermaßen sicher sind die Schizophrenien an den Grundsymptomen zu erkennen.
Diagnostisch wichtig kann der Gesamteindruck des Fremdartigen, der Ferne und der
Unzugänglichkeit sein. Der Therapeut vermisst die Beziehung zum Gegenüber. Wie durch
eine gläserne Wand fühlt er sich vom Patienten getrennt.
Bei der Diagnose können auch unterschiedliche Testverfahren verwendet werden.

Differentialdiagnose
Schizoaffektive Psychose
Zweifel können auftreten, wenn es bei einer psychischen Störung unerwartet zu einem
Erregungszustand kommt. Andererseits können zu Beginn der Schizophrenie spezifische
affektive psychische Störungen zu erkennen sein.
Bei der schizotypen Persönlichkeitsstörung treten auch ähnliche Symptome wie bei der
Schizophrenie auf:

Exzentrisches Verhalten
Anomalien des Denkens und der Stimmungen

Therapie

Somatherapie mit Neuroleptika
Soziotherapie
Psychotherapie

Vorsicht mit aufdeckender Therapie!
Die Therapie sollte begleitend sein und mit dem Arzt besprochen werden.
Das ICH des Patienten ist so geschwächt, dass eine tragfähige Beziehung zwischen
Therapeut und Patient nicht möglich ist.
Basis für eine tragfähige Patienten-Therapeutenbindung ist gegeben, wenn das ICH in der
Lage ist sich mit dem ICH des Therapeuten zu verbinden.

Der Therapeut sollte die Informationen klar und übersichtlich vermitteln
Der Kommunikationsstil sollte eindeutig sein: Zuhören und
wenige Fragen stellen.
Vertrauensvolle Beziehung aufbauen und die Ressourcen stärken.
Inhaltsverzeichnis
Formen der Schizophrenie
Paranoid / halluzinatorischer Typ

Häufigster Subtyp schizophrener Formen. Die Persönlichkeit bleibt häufig intakt
Beeinflussungserlebnisse, Gedankenlesen (Ich-Störungen)
Wahn und Halluzinationen bestimmen das Bild
Wahn: Verfolgung - Beziehung - Beeinträchtigung - Bedeutung
Akustische Halluzinationen: "Stimmen hören"
Gar nicht oder kaum vorhanden: Affektstörungen, Störungen des formalen Denkens
und katatone Symptome
Katatoner Typ
Relativ seltener Typ.
Störungen in der Psychomotorik.
Die katatonen Bewegungsstörungen äußern sich in:

Katatonem Stupor (wach sein und bewegungslos im Bett liegen)
Stereotypien: Ständiges Wiederholen der gleichen Bewegungen
Katalepsie: Haltungsverharren
Mutismus: Schweigen bei intakten Sprechorganen
Befehlsautomatismen, Negativismus
Dauer: Stunden bis Wochen, unbehandelt auch Monate bis Jahre.
Der Katatone nimmt wahr und hat oft keine Amnesie.
Dieser Typ ist durch die Gefahr der Entgleisung in eine perniziöse Katatonie
besonders risikoreich.
Perniziöse Katatonie
(hochfieberhafte Bewegungsstarre)
Einzige lebensrettende Maßnahme kann eine Elektrokrampftherapie sein.
Bei der Elektrokrampftherapie wird ein Krampfanfall durch eine elektrische
Stimulation des Zentralnervensystems induziert.
Die Behandlung erfolgt in Kurznarkose.
Der genaue Wirkungsmechanismus ist unbekannt.
Die Wirkung ist meist nicht von Dauer.
Wiederholte Applikationen sind ca. drei Mal in der Woche erforderlich.

Indikation:
Therapieresistente Depression
Katatonie
Hebephrener Typ

Tritt häufig im Jugendalter auf
Im Vordergrund stehen affektive Störungen, insbesondere im Sinne
von läppischer Grundstimmung, Faxen, Manierismen, leerer Heiterkeit
oder Gleichgültigkeit

Verbunden mit formalen Denkstörungen bis zur Zerfahrenheit sowie einem
insgesamt unberechenbaren, flapsigen, oft enthemmten Sozialverhalten
Ein sozialer Rückzug ist nicht selten
Schizophrenia Simplex
Tritt selten auf und ist behaftet mit großer diagnostischer Unsicherheit.
Beginn: Pubertät, Adoleszenz, auch später.
Sie ist eine symptomarme Form. Es fehlen die produktiven Symptome von Wahn
und Halluzinationen.
Im Sinne eines schleichenden Krankheitsprozesses kommt es zunehmend
zu einem durch Negativsymptomatik geprägten Bildes:

Störungen im formalen Denken, Antriebsdefizite, Affektverflachung
Soziale Isolation
Residualtyp
Die Schübe haben eine Restsymptomatik hinterlassen:

Formale unspezifische Denkstörung
Antriebsstörungen, soziale Isolation
Affektverflachung
Kennzeichnend ist eine Persönlichkeitsveränderung

Anfangs besteht lediglich:
Leistungsschwäche, Kontaktschwäche, Neigung zu hypochondrischen Beschwerden und
depressiven Verstimmungen.
Bei schweren Residualzuständen kommt es zu einer ausgeprägten Einengung der Interessen,
einem autistischen Rückzug von Sozialkontakten, massiver Antriebs- und Interesselosigkeit
und erheblicher affektiver Verarmung und Vernachlässigung der Körperpflege.
Charakteristisch für das reine Residuum ist die chronisch bestehende Negativsymptomatik.

Chronisch verlaufende Schizophrenie
Die chronische Schizophrenie geht mit einem langsamen fortschreitenden Zerfall der
Persönlichkeit einher. Die Patienten werden im Laufe der Zeit immer sonderbarer. Sie
ziehen sich zurück und meiden immer mehr jeden sozialen Kontakt. Im Extremfall
verwahrlosen sie ganz.
Psychische Strukturen, die die Individualität eines Menschen bestimmen, gehen irreversibel
verloren. Das Ausmaß des Persönlichkeitszerfalls ist abhängig vom raschen Einsatz einer
adäquaten medikamentösen Therapie (Neuroleptika).
Symptome:

Störungen der Assoziation, des Affetes
Ambivalenzen
Autismus

Akute schizophrene Psychosen
Hier können vegetative Symptome auftreten

Vermehrte Schweißsekretion
Störungen des Schlaf- Wachrhythmus
Schlafstörungen
Veränderung der Pulsfrequenz

Symptome der nichtpsychotischen Prodromalphase (Vorzeichen)

Interessenverlust an der Arbeit, an sozialen Beziehungen,
am eigenen Erscheinungsbild
Halluzinationen, Wahn und psychomotorische Störungen

Zumindest bis starke Denkstörungen einsetzen, können die Patienten ihre Situation gut
beurteilen. Sie haben oft depressive Verstimmungen und leiden unter Schlafstörungen.

Inhaltsverzeichnis
Amtsarztfragen Schizophrenie
Was ergaben Langzeitstudien über den Verlauf der Schizophrenie und
deren Ausgang?
Tendenz zur Drittelregelung

1/3 folgenlose Abheilung
1/3 mit Rückfällen und leichtem Residuum
1/3 mit beträchtlichen, bis schweren Dauerdefekten
Im Alter Tendenz zur Abschwächung und Milderung der Erkrankung
Prognostisch günstiger ist ein

Akutes Einsetzen der Psychose
Ein nachweisbarer Auslöser
Eine starke Beteiligung affektiver Anteile
Die Langzeitprognose wird begünstigt durch eine frühzeitig
einsetzende adäquate Therapie

Epidemiologie und Lebenszeitrisiko?
Häufigstes Auftreten?

Lebenszeitrisiko: 1%
Häufigstes Auftreten: Von 20 – 40 Jahren
(Männer: 15 – 24 Jahre), (Frauen: 25 bis 34 Jahre)
Beim Auftreten nach dem 40. Lebensjahr sind Frauen
häufiger als Männer betroffen.

Ein polyäthiologischer Ansatz unterscheidet einige Faktoren für das Auftreten
der Schizophrenie? Welche?

Biologische Faktoren
Psychogene Faktoren
Prämorbide Persönlichkeit
Sonstige Faktoren
Nennen Sie psychogene Faktoren der Schizophrenie!
Ich-Entwicklungsdefizite (Ich-Schwäche: Trennungs- und Individuationsprobleme in den
ersten Lebensjahren, Mutter-Kind-Symbiose, Broken-Home)
Inkonsequente Erziehung: Kommunikationsstörungen.
Double Bind (Doppelbotschaften)
Rollenprobleme ( z.B. Kind als Partnersubstitut)
Biologische Faktoren der Schizophrenie?

Genetische Disposition
Biochemischer Befund: Erhöhte Dopaminkonzentration an
den zentralen Synapsen

Zu den typischen Symptomen der Schizophrenie gehören?

Stimmenhören in Form von Rede und Gegenrede
Stimmen, die sich ü b e r den Patienten unterhalten (akustische Halluzination)
Die Schizophrenie ist eine Störung des Denkens
Hier können Persönlichkeitsveränderungen nach einem Schub zurückbleiben

Was ist eine schizophrene Störung?
Störung mit einem exzentrischen Verhalten und Anomalien des Denkens und der
Stimmung, die schizophren wirken, obwohl nie eindeutige und charakteristische
Schizophreniesymptome aufgetreten sind.

In welche 4 Gruppen kann man die Schizophrenie unterteilen?
Paranoid-Halluzinatorische Form

Häufigste Schizophrenieform
Diese Form kann akut beginnen und zeichnet sich durch eine ausgeprägte
Wahnsymptomatik aus
Sie tritt später (35. / 40. Lebensjahr) als andere Formen auf
Die Gesamtpersönlichkeit bleibt lange intakt
Die Wahnerlebnisse sind schwer zu therapieren

Die katatone Form

Eine akute Katatonie hat eine günstige Prognose und kann sich rasch
wieder zurückbilden
Unter der Katatonie versteht man Störungen des Antriebs und der Motorik
Hypomotorische Störung: Stupor, Mutismus, Negativismus, Katalepsie
Von einer Katalepsie spricht man, wenn der Patient seine Extremitäten in
unbequemen Stellungen unnatürlich lange Zeit halten kann
Katatone Erregungszustände
Hypermotorisch Störung: Der Patient macht dauernd Turnübungen, Hyperkinesen,
grimassiert, wiederholt permanent einzelne Wörter
Von einem Stupor spricht man, wenn der Patient unbeweglich im Bett liegt und
zwar die Umwelt sieht und hört, aber nicht auf Reize reagiert
Unter einem Mutismus versteht man die Unfähigkeit zu sprechen -
aus psychischen Gründen - das Sprechorgan ist intakt

Die hebephrene Form

Tritt bei Jugendlichen auf
Ungünstige Prognose
Es handelt sich um eine affektive Verflachung und Enthemmung. Die Patienten
lachen, sind laut, zeigen flapsiges unangemessenes Verhalten

Schizophrenia Simplex

Primärer chronischer Verlauf mit schlechter Prognose
Wie bei allen chronischen Erkrankungen sind die Symptome
nicht sehr auffallend
Sie schleichen sich ein. Der Patient wird in seinem Verhalten immer sonderbarer,
verliert den Kontakt nach außen, isoliert sich oder verwahrlost

Die Schizophrenie stellt eine uneinheitliche Gruppe affektiver psychischer Störungen dar.
Schizophreniesymptome tauchen auch bei organischen Hirnschäden auf.

Die für die Schizophrenie typischen Symptome entwickeln sich langsam und führen zu
ausgeprägten Residualzuständen.
Was ist allgemein verlaufbestimmend?

Die Intensität der Initialbehandlung
Je schneller der Patient seine Medikamente bekommt, desto weniger
zerfällt die Persönlichkeit

Wann ist bei Schizophrenie psychotherapeutische
Behandlung angesagt?

Nur im Intervall und in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt
Der Patient muss lernen, wie man mit anderen Menschen umgeht
Es ist bekannt, dass ein Rezidiv der Schizophrenie ausgelöst werden kann durch
psychische und soziale Konflikte

Symptome der katatonen Schizophrenie?

Stupor, Mutismus
Erregung
Haltungssterotypien
Negativismus
Rigidität
Wächserne Biegsamkeit
Befehlsautomatismus, verbale Perseveration
Echolalie

Wann können außer bei der Schizophrenie noch katatone
Symptome auftreten?

Gehirnerkrankungen
Stoffwechselstörungen
Alkohol und Drogen
Affektive Störungen

Welche Aussage hinsichtlich der perniziösen Katatonie ist falsch?

Perniziöse Katatonien beginnen schleichend
Was kennzeichnet eine perniziöse Katatonie?

Eine Elektrokrampftherapie kann lebensrettend sein
Sie tritt selten auf
Lebensbedrohlich
Es werden febrile Temperaturen beobachtet
Kreislaufstörungen

Beschreiben Sie die koenästhetische Form!

Vielfältige abstruse Leibgefühlsstörungen wie:
Nichtvorhandensein von Organen, Gefühl der Organschrumpfung
Körperhalluzinationen (innerlich zu verbrennen, das Verfaulen der Leber zu spüren)
mit dem Kriterium des von Außen gemachten


Was sind Koenästhesien?

Abstruse leibliche Empfindungen
Eigenartige Körpergefühlsstörungen, Ringgefühle, Brennen ohne
den Charakter des Gemachten
Vorkommen: Koenästhetische Schizophrenie

Wie ist der Verlauf der paranoiden Schizophrenie? Beginn?

Episodisch mit teilweiser oder vollständiger Remission oder chronisch
Beginn später als bei der hebephrenen oder katatonen Form

Welche Halluzinationen gibt es bei der
paranoiden Schizophrenie?

Stimmen, die den Patienten bedrohen oder ihm Befehle geben
Akoasmen, Geruchs- und Geschmackshalluzinationen
Sexuelle oder andere Körperhalluzinationen

Welche Art von Wahn ist typisch für die paranoide Form?

Kontroll-, Beeinflussungs-, Verfolgungs-, Beziehungs-, Abstammungs-,
Sendungs- und Eifersuchtswahn
Koenästhetischer Wahn
Gefühl des Gemachten
Welche Erkrankungen kommen beim Vorliegen eines paranoid-
halluzinatorischen Syndroms differentialdiagnostisch als
Ursache in Frage?

Enzephalitis
Epileptische Psychose
Durchgangssyndrom
Drogenkonsum

Wie äußert sich die hebephrene Form?

Tritt bei Jugendlichen auf (15-25 Jahren)
Affektive Verflachung und Enthemmung
Ungünstige Prognose, wegen der schnellen Entwicklung
der Minus-Symptome

Symptome der hebephrenen Schizophrenie?

Affektive Symptome stehen im Vordergrund
Das Verhalten ist verantwortungslos, ziellos, unvorhersehbar und ohne Empfinden
Die Stimmung ist flach und unpassend, oft begleitet von Kichern und
selbstzufriedenem Lächeln. Faxen, hypochondrische Klagen

Manierismen
Denkstörungen, zerfahrenes Denken

Nennen Sie formale Denkstörungen!
Es handelt sich um Störungen im Gedankenablauf, in der Geschwindigkeit,
in der Logik. Der Gedankenmodus steht im Vordergrund.

Verlangsamtes Denken: Gedankenablauf ist nicht flüssig
Gehemmtes Denken: Denken ist langsam, schleppend
Eingeengtes Denken: Gedanken kreisen um wenige Themen
Gedankensperrung: Gedanken werden nicht zu Ende gedacht
Weitschweifiges, umständliches Denken: Vom Hunderste ins Tausendste
Perseveration: Festkleben am Einfall, Wiederholung
derselben Gedankengänge
Haften: Alte Gedankenmuster werden stereotyp wiederholt
Zerfahrenheit: Gedanken und Sätze stehen unstrukturiert nebeneinander
Ideenflucht: Einfälle überschlagen sich. Patient ist überschwänglich. Bringt nichts
zu einem logischen Ende
Wie kennzeichnet K. Schneider die Schizophrenie?
Durch Symptome 1. Ranges und Symptome 2.Ranges
Symptome 1. Ranges:

Ich-Störung
Gedankeneingebung, Gedankenlautwerden
Wahnwahrnehmung
Stimmenhören in Form von Rede / Gegenrede
Beeinflussungserlebnis

Was sind Beeinflussungserlebnisse?
Der Patient meint, seine Denkstörungen, seine Schwierigkeiten werden von Außen geleitet,
meistens von bestimmten Personen verursacht. Diese Personen bestrahlen, hypnotisieren
ihn oder tun ihm subtile Gewalt an.
Was ist ein Wahneinfall?
(Wahnidee, Wahngedanke)
Er entsteht ohne vorherige Sinneswahrnehmung, also aus der Phantasie heraus. Auf einmal
weiß der Patient, dass das FBI oder seine Schwiegermutter ihn verfolgt.
Wahneinfälle treten auf bei folgenden Erkrankungen:

Cerebral wirksamen Intoxikationen
Schizophrenien
Affektiven Störungen
Vergiftungen mit psychotropen Substanzen

Welche Aussagen über den Wahn treffen zu?

Die Wahninhalte werden mitbestimmt durch die Lebensgeschichte sowie durch
soziale, psychische und dynamische Faktoren
Ein Wahn ist ein einschneidendes Erlebnis für den Patienten. Er glaubt, dass eine
inhaltliche Denkstörung die nächste nach sich zieht. Der Patient versucht, den einen
Wahninhalt mit anderen Wahnideen aufzufüllen und zu erklären - was dann zu einem
größeren Durcheinander führt und es ihm absolut unmöglich macht, die ursprüngliche
Idee herauszufinden.
Die Ausgestaltung des Wahns lässt sich oft aus der Lebensgeschichte des Patienten
erklären. Der sensitive Beziehungswahn entsteht oft im kleinbürgerlichen Milieu. Die
Umgebung kann die Entstehung von Wahnkrankheiten beeinflussen.

Was trifft über den sensitiven Beziehungswahn zu?

Der Beginn liegt häufig im 40. Lebensjahr
Auslösend sind oft Erfahrungen eigener psychischer Niederlagen
Wahnideen kreisen um ein Thema, das mit einer vermeintlichen psychischen
Niederlage verbunden ist
Der Wahn ist systematisiert und isoliert: In den Bereichen, die mit dem Wahn
nichts zu tun haben lebt der Patient unauffällig. Mit den Jahren drückt das
schlechte Gewissen, so dass es zu Kurzschlusshandlungen kommen kann:
Suizidgefahr und Fremdgefährdung sind möglich

Der sensitive Beziehungswahn ist das häufigste Wahnthema und kann
als alleiniges Symptombild auftreten (PARANOIA ) oder eine
SCHIZOPHRENIE einleiten

Hinter alltäglichen Begebenheiten werden Botschaften gesehen
Ein Wahnsystem ergibt sich, indem der Patient zwischen den einzelnen wahnhaften
und anderen psychischen Phänomenen eine Verbindung herstellt
Beim systematisierten Wahn konzentriert sich der Patient auf ein Thema "Meine
Schwester will mir nur Böses" und strickt um dieses Thema herum Einfälle oder
Gedanken, die in sich schlüssig sind - aber nur aus der Perspektive des Patienten
"stimmen". Diesen schlüssigen Beweis zu finden, nennt man Wahnarbeit

Der systematisierte Wahn taucht oft zu BEGINN paranoider und psychotischer
Störungen auf
Differentialdiagnostisch muss an den Beginn einer schizophrenen
Erkrankung gedacht werden

Was sind Halluzinationen?

Sinnestäuschungen ohne reale Wahrnehmung, wobei der Patient überzeugt ist von
der Richtigkeit seiner Wahrnehmung

Welche Art von Halluzinationen gibt es und bei welchen
Störungen treten sie auf?

Akustische Halluzinationen in Form von Rede / Gegenrede (Schizophrenie)
Optische Halluzinationen (Delir, akute organische Psychose)
Geruchs- und Geschmackshalluzinationen (Schizophrenie: Vergiftungswahn)
Taktile Halluzinationen, Dermatozoenwahn
Chronische organische Psychose, Arteriosklerose
Was ist eine Gefühlsverarmung?

Der Patient zieht sich immer mehr zurück. Nimmt an den Vorgängen in der
Umwelt nicht mehr teil

Was ist eine Verstimmung?
Die schizophrene Verstimmung kann sich als gehobene Stimmung, als albernes,
rücksichtsloses, läppisches Verhalten äußern oder als Depression, die umweltabhängig und
beeinflussbar ist. Der Patient leidet unter Angst, er spürt, dass mit seinen Gedanken etwas
nicht in Ordnung ist.
Welche Störung der Affekte gibt es bei der Schizophrenie?

Gehobene Stimmung
Depression
Parathymie

Was ist Parathymie?

Eine inadäquate Affektäußerung, die nicht damit übereinstimmt, was der Patient
sagt und fühlt. Der Patient kann von traurigen Dingen erzählen und dabei lachen

Was ist Ambivalenz?
Ein Schizophrener kann gleichzeitig lachen und weinen. Er kann Angst haben und glücklich
sein. Ein Gesunder hat auch Ambivalenzen: Einerseits möchte man lernen, auf der anderen
Seite mit Freunden zusammen sein. Diese Ambivalenzen werden bewusst und man versucht,
einen Kompromiss zu finden.
Bei Psychotikern bleiben solche Gegensätze unkommentiert nebeneinander stehen.
Was sind Störungen der Assoziation?

Hierzu gehören die formalen Denkstörungen: Gedankensperrung
und Zerfahrenheit.
Gemeint ist, dass der Patient Gedanken nicht mehr zu Ende denken kann. Er bleibt
mitten im Gedankenfluss stecken, erzählt unlogisch und unzusammenhängend, was
aber für den Patienten logisch ist.

Definieren Sie Autismus!

Es handelt sich um den Verlust der Realitätsbeziehung, eine krankhafte
Ich-Versunkenheit. Der Patient nimmt nicht mehr an seiner Umwelt teil

Was sind Befehlsautomatismen?

Automatisches Befolgen von Anweisungen

Welche Halluzinationen treten bei der Schizophrenie auf?

Primär: Akustische Halluzinationen, seltener optische
Die optischen Halluzinationen stehen in Verbindung mit dem Wahn
Im Zusammenhang mit dem Verfolgungswahn treten auf: Geruchs- und
Geschmackshalluzinationen. Der Patient fühlt sich dann vergiftet
Taktile Halluzinationen sind nicht selten: Es treten Missempfindungen auf, als ob
die inneren Organe zerfressen würden, als ob der Herzschlag gestört oder der
Stuhlgang verhindert ist. Missempfindungen werden stets als von außen
gemacht empfunden


Was sind Residualzustände?

Überbleibsel der Erkrankung
Weisen hohe Variabilität auf
Primär gehen Residualzustände einher mit Leistungsabfall und
geminderter Belastbarkeit
Sie kommen mit deutlicher Negativ-Symptomatik vor und zeigen sich über
Interessenverlust und sozialem Rückzug

Was ist ein schizophrenes Residuum?

Chronisches Stadium nach einer früheren akuten schizophrenen Episode mit einer
eindeutigen Verschlechterung der Symptome
Charakteristisch sind die langanhaltenden negativen Symptome wie:
Verminderte Aktivität, Affektverflachung, Antriebslosigkeit,
Kommunikationsmangel, sozialer Rückzug
Die negativen Symptome sind jedoch nicht notwendigerweise irreversibel
Was ist eine schizoaffektive Störung?

Episodische Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome
in derselben Krankheitsphase auftreten

Was ist eine postschizophrene Depression?

Eine länger anhaltende depressive Episode, die im Anschluss an eine schizophrene
Erkrankung auftritt
Erhöhtes Suizidrisiko

Beurteilen Sie Aussagen und Verknüpfung:
Die Schizophrenie Simplex ist die am leichtesten zu diagnostizierende Form
der Schizophrenie,
weil
die Patienten am Anfang sehr auffällig sind.

Keine Aussage ist richtig!
Die Schiziophrenia Simplex stellt eine chronische Verlaufsform der Schizophrenie
dar. Eigentlich verläuft die Schizophrenie in Schüben - bis auf diese Ausnahme: Die
chronische Schizophrenie geht mit einem langsam progredienten (fortschreitenden)
Zerfall der Persönlichkeit einher

Die Patienten werden im Laufe der Jahre immer sonderbarer. Sie ziehen sich zurück,
meiden jeglichen sozialen Kontakt und - im Extremfall - verwahrlosen
Die Diagnose ist nicht einfach. Zur Diagnostik sucht man nach den
Grundsymptomen bei Bleuler, den Symptomen 1. Ranges nach Schneider oder unter
den Punkten 1 bis 9 in der ICD 10

Auch „projektive“ Tests z. B. Rorschach helfen, schizophrene
Wahrnehmungsstörungen zu finden
Die Diagnose kann erst sehr spät gestellt werden
Kein Verlauf in Schüben, schlechte Prognose

Was ist typisch für die Schizophrenia simplex?

Fast unmerklicher Beginn
Rückzug aus den menschlichen Beziehungen bis hin zum Autismus
Auffassungs- und Konzentrationsschwächen
Diese Form verläuft anfangs leicht, aber dafür chronisch.
Ist gekennzeichnet durch die Hauptsymptome nach Bleuler.
Diese Symptome bilden sich im Laufe der Jahre immer deutlicher heraus
Beurteilen Sie Aussage und Verknüpfung:
Die Behandlung von Schizophrenie mit Neuroleptika ist adäquat,
weil
Neuroleptika viele Nebenwirkungen haben.
Beide Aussagen sind richtig!
Da die Schizophrenie keine einheitliche Erkrankung darstellt, gibt es auch nicht „die“
Behandlung der Schizophrenie.
Sie ist aber eine behandlungsbedürftige Erkrankung, weil sie zum Persönlichkeitszerfall
führen kann.
Das klassische Medikament ist das Neuroleptikum. Neuroleptika werden eingesetzt in der
AKUTPHASE und auch in der LANGZEITBEHANDLUNG.
Neuroleptika haben einen sedierenden Effekt und wirken positiv auf:

Wahnvorstellungen
Katatone Zustandsbilder
Affektive Störungen
Schizophrene ICH-Störungen

Substanzen, die besonders stark dämpfend wirken, werden bei
Erregungszuständen eingesetzt:

Dogmatil
Truxal
Neurocil

Andere Neuroleptika wirken auf Wahnsymptome und Denkstörungen:

Orap
Haldol
FluanXol

Beträchtliche Nebenwirkungen haben Neuroleptika, die auf den Wahn und die
schizophrenen Symptome Einfluss nehmen.
Die wichtigsten Nebenwirkungen betreffen die extrapyramidale Motorik. Es treten
parkinsonähnliche Symptome auf:

Bewegungsarmut (Akinese)
Allgemeine Erhöhung des Muskeltonus (Rigor)
Ruhetremor (Zittern in Ruhe)
Neuroleptika, die sedierend wirken haben anticholinerge Nebenwirkungen:

Schwindel
Mundtrockenheit
Sehstörungen
Miktionsstörungen (Störungen beim Wasserlassen)

Weitere Nebenwirkungen:

Abnahme der weißen Blutkörperchen
Epileptische Anfälle
Hautausschläge / Allergien
Leberfunktionsstörungen
Gewichtszunahme, Ödeme

Psychische Nebenwirkungen:

Müdigkeit
Antriebslosigkeit
Unruhezustände
Depressionen
Konzentrationsstörungen

Trotz der vielen Nebenwirkungen ist aber zu betonen, dass Neuroleptika weder zur
psychischen noch zur physischen Abhängigkeit führen.
Weitere Therapien, die zum Tragen kommen:

Unterstützende Psychotherapie
Verhaltenstherapie
Familientherapie
Gruppentherapie
Soziotherapie (Ergotherapie, Milieugestaltung)
Rehabilitationsmaßnahmen

Was sind extrapyramidal - motorische Bewegungsstörungen?

Sie ähneln dem Parkinson-Syndrom:
Multiple Verspannungen, Zittern, allgemeine Bewegungsarmut
Ein psychotischer Patient in begleitender Psychotherapie erleidet eine akute
psychotische Episode. Was ist zu tun?

Veranlasst wird eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt über die Art der
Krisenintervention
Ein mitauslösender Faktor kann ein Compliance - Problem verordneter
Medikamente sein

Beurteilen Sie Aussage und Verknüpfung:
Eine Patientin, die an Schizophrenie leidet, hört eine männliche Stimme, die
ihr den Befehl gibt, ihren Mann zu töten.
Diese Situation ist gefährlich,
weil
manche Kranke akustische halluzinatorische Befehle ausführen.
Beide Aussagen und ihre Verknüpfung sind richtig!

Jede Wahnkrankheit kann gefährlich sein. Es steckt eine enorme psychische Kraft
hinter dem Wahn
Der Psychotherapeut behandelt Wahnkranke nicht

Ein Fallbeispiel
Eine 45 jährige Frau kommt in die Praxis und erzählt, dass sie am Vorabend
eine Fernsehsendung gesehen habe, und nun wisse sie, dass sie eine Anorexia
Nervosa habe.
Sie sei in ihrer Ehe oft unzufrieden und habe stark abgenommen. Ihre Figur
wird immer schmaler. Auch habe sie ein komisches Gefühl im Bauch und
Probleme bei der Verdauung.
Heute morgen habe sie sich gewogen und festgestellt, dass sie 20 kg
abgenommen habe. Aber, das wäre nicht so schlimm, da sie ja jetzt wüsste an
Anorexia Nervosa zu leiden. Wie ist zu handeln?

Da es sich bei der Patientin um eine inhaltliche Denkstörung handelt, ist eine
Psychose auszuschließen
Zu den inhaltlichen Denkstörungen gehören Zwangsgedanken, Wahn
Für eine Anorexia Nervosa ist die Patientin zu alt. Und über Nacht 20 kg
abzunehmen ist mehr als unwahrscheinlich
Wenn die Patientin ernsthaft glaubt, dass sie über Nacht 20 kg abgenommen hat,
liegt wohl ein Wahn vor
Die Wahnkriterien sind:

Subjektive Gewissheit
Krankhafter Ich-Bezug
Unkorrigierbar
Unmöglicher Inhalt
Falls die Patientin auf ihrer Geschichte besteht, würde eine reale Wahrnehmung -
die Fernsehsendung - in das Wahngebilde miteingebaut. Es handelt sich um eine
Wahnwahrnehmung

Zu bedenken ist weiter, dass ein Wahn oft eine Schizophrenie einleitet. Jetzt sind
die Symptome der ICD 10 oder die Symptome 1. und 2. Ranges
nach Schneider abzuklären
Wenn die Patientin das Ganze eher scherzhaft nimmt, aufgekratzt ist und ins
Paraphrasieren kommt, könnte es sich auch um eine manische Phase handeln.
Kennzeichnend wäre hier dann, dass sie die Idee mit der Anorexia Nervosa wieder
fallen lässt und von neuen Ideen erzählt (Ideenflucht)

Irrelevant ist, ob es sich um eine Schizophrenie, eine isolierte Paranoia oder um eine
Manie handelt, die Patientin wird nicht psychotherapeutisch behandelt! Ein Besuch
beim Psychiater oder Neurologen ist angesagt


Beschreiben Sie die Hebephrenie!

Sie setzt vorwiegend jenseits des 2. Lebensjahres ein
Sie ist gekennzeichnet durch die Trias: Affektstörung -
Denkstörung - Aktivitätsstörung
Sie setzt häufig mit dem Beginn der Pubertät ein
Die Patienten sind distanzlos und zeigen ein übersteigertes Verhalten
Die Diagnose ist schwierig, da kaum Symptome 1. und 2. Ranges auftreten
Der Beginn ist meistens akut. Die Prognose ist schlecht
Da bei der Schizophrenie die Denkstörung im Vordergrund steht, handelt es sich um
eine Erkrankung des Vorderhirns (Großhirn und limbisches System)

Welche psychischen Störungen würden Sie nicht behandeln?

Keine psychischen organische Störungen, keine affektiven Störungen
Im Rahmen der Sorgfaltspflicht sind der Psychotherapie Grenzen gesetzt
Psychosen gehen mit einer pathologischen Schwächung des ICHs einher. Eine
tragfähige Patienten-Therapeuten-Beziehung ist nicht möglich.
Die Schizophrenie gehört zu den Psychosen
Bei einem schizophrenen Schub kann es zu einem Persönlichkeitszerfall kommen,
d.h. der Patient ist nach einem Schub nicht mehr derselbe wie früher. Psychische
Strukturen, die die Individualität eines Menschen bestimmen, gehen irreversibel
verloren. Das Ausmaß des Persönlichkeitszerfalls ist auch abhängig vom raschen
Einsatz einer adäquaten medikamentösen Therapie. (Neuroleptika)

Der Psychotherapeut kann höchstens begleitend, oder im Intervall - also nach
einem Schub – behandeln, immer erst nach Rücksprache mit dem Arzt

Welche Aussagen über Neuroleptika treffen zu?

Sie wirken rasch sedierend
Die neuroleptische antipsychotische Wirkung tritt erst nach
ca. 2 bis 3 Wochen ein
Neuroleptika wirken dämpfend auf das Verhalten, sind schlaffördernd und wirken
emotional ausgleichend
Hauptindikation: Schizophrenie - Wahnhafte Störungen
Sie machen (wie Antidepressiva) nicht süchtig. Sie können auch zur
Rezidivprophylaxe gegeben werden
Man empfiehlt auch nach einem schizophrenen Schub die Neuroleptika 3 bis 5
Jahre weiter zu geben und sie ganz langsam auszuschleichen. Ein abruptes Absetzen
kann einen neuen Schub zur Folge haben


Welche der folgenden Symptome und Verhaltensweisen können zur
nichtpsychotischen Prodromalphase (Vorzeichenphase) einer Schizophrenie
gehören?

Interesseverlust an der Arbeit
Interesseverlust an sozialen Aktivitäten
Interesseverlust am körperlichen Erscheinungsbild
Depressivität

Was versteht man unter psychotisch?

Alle Erscheinungen, die mit Störungen des Realitätsbezuges und der Sinn-
Kontinuität einhergehen.
Also: Wahn, schizoide Ich-Störungen, Halluzinationen, aber auch psychomotorische
Störungen: Hyperkinese, Hypokinese, Katatonie
Kann ein schizophrener Patient seine Situation einschätzen?

Die Patienten können - zumindest bis starke Denkstörungen einsetzen - ihre
Situation recht gut beurteilen und haben deshalb oft im Vorfeld eines
neuen Schubes depressive Verstimmungen und Schlafstörungen

Beurteilen Sie beide Aussagen und die Verknüpfung!
Ein Doppelgängererlebnis ist beweisend für die Diagnose Schizophrenie,
weil
ein Doppelgängererlebnis physiologischerweise auch niemals bei starker
Übermüdung vorkommt.
Keine Aussage ist richtig!
Doppelgängererlebnisse (HEAUTOSKOPIE) gehören zu dem Formenkreis der
optischen Halluzinationen.
Der Patient sieht sich als 2. Person neben sich stehen, wobei alles, was der halluzinierten
Person widerfährt, am eigenen Körper gespürt wird. Die halluzinierte Person kann älter
oder jünger sein, ist aber immer vom Patienten als die eigene Person erkennbar (Dauer nur
einige Sekunden).
Heautoskopie kommt vor bei:

Starker Übermüdung
Epileptischer Aura
Delir
Schizophrenie
Organischen Hirnschäden

Welche Aussagen über den sogenannten Doppelgängerwahn
treffen zu?

Der Patient glaubt, dass er einen Doppelgänger habe, der eventuell seinen Platz
einnehmen möchte
Im Sinne einer wahnhaften Personenverkennung hält der Patient jemanden anderen
für seinen Doppelgänger
Zum Doppelgängerwahn wird das Capgras-Syndrom gerechnet: Eine dem Patienten
bekannte Person wird für deren Doppelgänger gehalten
Das Syndrom tritt häufig bei schizophrenen Störungen auf
Beurteilen Sie Aussagen und Verknüpfung:
Symptome 1. Ranges nach Schneider sind wichtige Hinweise hinsichtlich des
Vorliegens einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis,
weil
Symptome 1. Ranges nach Schneider bei exogenen Psychosen nicht
vorkommen.
Nur die 1. Aussage ist richtig!

Die Diagnose Schizophrenie:
Ein Erstrangsymptom, mehrere Zweitrangsymptome nach Schneider
Störung hält mindestens 1 Monat an
Diese Kriterien gelten nur, wenn organische Erkrankungen
ausgeschlossen sind

Bei der Schizophrenie sind nicht gestört:

Bewusstsein
Orientierung
Gedächtnis

Schizophrenie ist eine Störung des Denkens und der Affektivität
Nennen Sie typische Symptome für eine Schizophrenie!
Die Symptome nach Schneider:
Symptome 1. Ranges:

Ich-Störungen:
Damit ist der Verlust der Meinhaftigkeit gemeint. Der Patient erlebt Gefühle oder
Körperempfindungen als vom eigenen ICH losgelöst. Alles gehört nicht zu ihm: Herz,
Gedanken, Organe

Gedanken sind von außen eingegeben. Hier spricht man von
Beeinflussungserlebnissen. Auch die Persönlichkeitsentfremdung gehört hierher. Der
Patient meint, er sei Napoleon, verhält sich aber so wie immer

Gedankeneingebung, Gedankenlautwerden, Gedankenbeeinflussung
Die Störung der Gedankenwelt hängt eng zusammen mit der Ich-Störung: Der
Patient empfindet seine Gedanken nicht als seine eigenen, sondern denkt, sie seien
durch irgendwelche Personen, Mächte in seinen Kopf gebracht

Wahnwahrnehmung
Eine reale Wahrnehmung, die im Sinne eines Wahns umgedeutet wird. Man sieht
etwas und vermutet eine Botschaft dahinter: Eigentlich wollte der Patient jetzt Karl
anrufen. Karl nimmt nicht ab:

Das sagt ihm: Er sollte jetzt lieber lernen, als herumzutelefonieren.
Stimmenhören in Form von Rede / Gegenrede:
Der Patient hat akustische Halluzinationen: Stimmen unterhalten sich
hinter seinem Rücken über ihn

Beeinflussungserlebnisse
Der Patient meint, seine Denkstörungen werden von außen gemacht

Symptome 2. Ranges:

Wahneinfall: Er entsteht ohne vorherige Sinneswahrnehmung, aus der Phantasie
des Patienten. Auf einmal weiß der Patient, dass die Mafia ihn verfolgt
Halluzinationen
Sinneseindrücke ohne reale Wahrnehmung. Der Patient ist von der Richtigkeit
seiner Wahrnehmung überzeugt
Gefühlsverarmung: Der Patient zieht sich immer mehr zurück. Er nimmt nicht mehr
am Geschehen teil
Verstimmung: Gehobene Stimmung mit läppischem Verhalten,
albern, überlustig
Depression: Ist umweltabhängig und beeinflussbar. Leidet oft unter Angst
Parathymie: Der Patient kann von traurigen Ereignissen erzählen und dabei lachen,
inadäquate Gefühlsäußerungen

Nennen Sie Symptome nach Bleuler!
Grundsymptome

Störung der Assoziation: Hierzu gehören die formalen Denkstörungen wie
Gedankensperrung Zerfahrenheit. Der Patient kann Gedanken nicht mehr zu Ende
denken und bleibt mitten im Gedanken stecken.

Unter Zerfahrenheit versteht man unlogisches und unzusammenhängendes Denken
Störung der Affekte: Hierzu gehört die schizophrene Verstimmung und die
Affektlabilität: Die Stimmung ist von der Umwelt abhängig.
Autismus: Eine krankhafte Ich-Versunkenheit, ein Verlust der Realitätsbeziehungen
Ambivalenz: Der Patient kann gleichzeitig lachen und weinen. Die Gegensätze
bleiben ohne Kommentar nebeneinander stehen
Akzessorische Symptome

Halluzinationen (akustische, optische, taktile )
Geschmacks-und Geruchshalluzinationen
Wahn
Katatonie
Störung der Psychomotorik. Gehört inhaltlich zu den Störungen der
Motorik und des Antriebs:
Hypermotorisch: Unruhig, impulsiv, Befehlsautomatismen: Der Patient macht alle
Bewegungen in der Umgebung nach
Hypomotorisch: Stupor (keine Bewegung), Mutismus (spricht nicht), Negativismus (macht
das Gegenteil, von dem, was er tun soll), Katalepsie: Verharrt stundenlang in unbequemen
Körperhaltungen
Symptome 2. Ranges:

Wahneinfall
Halluzination
Gefühlsverarmung
Verstimmung
Für die Diagnose "Schizophrenie" braucht es:
Ein Symptom 1.Ranges und
mehrere Symptome 2. Ranges oder
die Grundsymptome nach Bleuler.
Wie kennzeichnet Bleuler die Symptome?
Grundsymptome:

Störung der Assoziation
Störung der Affekte
Autismus
Ambivalenz

Die Grundsymptome sind primär bei den schizophrenen Residualzuständen nachweisbar.
Akzessorischen Symptome:

Halluzinationen
Wahn
Katatonie mit Störungen des Antriebs und der Motorik
Nennen Sie Schizophreniesymptome nach der ICD 10!

Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, -entzug, -ausbreitung
Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten:
deutlich bezogen auf Körper- und Gliederbewegungen oder bestimmter Gedanken,
Tätigkeiten, Empfindungen

Kommentierende oder dialogische Stimmen
Unrealistischer bizarrer Wahn (Napoleon, Kontakt mit Außerirdischen)
Anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität begleitet von Wahngedanken
oder anhaltenden überwertigen Ideen
Gedankenabreißen, Zerfahrenheit, Danebenreden
Katatone Symptome: Erregung, Stupor, Mutismus, Haltungsstereotypien,
wächserne Biegsamkeit
Negative Symptome: Apathie, Sprachverarmung, verflachte inadäquate Affekte
Ziellosigkeit, Trägheit, eine in sich selbst verlorene Haltung, sozialer Rückzug
Diagnose Schizophrenie nach dem ICD 10:
1 Symptom der Gruppe 1 - 4
oder 2 Symptome der Gruppe 5 – 9


Welche Aussagen zum Wahn bei schizophrenen Erkrankungen sind richtig?

Häufige Wahnthemen sind:
Größenwahn, Verfolgung, Beeinträchtigung,
Vergiftung und Beziehungswahn
Ein schizophrener Wahn tritt oft zusammen mit Halluzinationen auf.
Ein Wahn gehört zu den inhaltlichen Denkstörungen - ebenso wie der Zwang
Ein Wahn ist gekennzeichnet durch:
Subjektive Gewissheit
Ist unkorrigierbar
Nicht beweisbedürftig

Ein Wahn hat immer einen:

Krankhaften Ich-Bezug
Ist unverstehbar
Der Inhalt ist unmöglich
Nennen Sie Wahnthemen!

Beziehungswahn: Alles, was passiert, passiert nur wegen des Patienten. Hinter allem
vermutet er eine Botschaft
Beeinträchtigungswahn: Die Welt will ihm nur Böses. Normale Dinge geschehen
seinetwegen, um ihn zu schädigen
Sonderformen des Beeinträchtigungswahns sind:
Verfolgungswahn: Jedermann schmiedet Komplott gegen ihn
Vergiftungswahn: Alles ist vergiftet: Essen und Trinken
Eifersuchtswahn: Grundlose Eifersucht auf Partner (typisch bei Alkoholismus)
Liebeswahn: Häufig bei Frauen. Sie wissen, dass der Auserwählte sie liebt, es aber
nicht zugeben will
Hypochondrischer Wahn: Der Patient ist vollständig davon überzeugt schwer krank
Größenwahn: Der Patient glaubt, er sei vom blauen Blute, eine besondere
Persönlichkeit, von Gott berufen
Kleinheitswahn: Gegenteil von Größenwahn: Der Patient fühlt sich unbedeutend
Schuldwahn: Der Patient fühlt sich ständig schuldig, er fühlt sich verantwortlich
für das Unheil der Welt
Verarmungswahn: Glaubt an Hunger zu sterben, weil er kein Geld hat

Zu beachten:
Bei der Schizophrenie tritt häufig Wahn auf.
Wahnwahrnehmung gehört zu den Symptomen 1. Ranges nach
Schneider.
Wahneinfall gehört zu den Symptomen 2. Ranges.
Nach Bleuler gehört Wahn zu den akzessorischen Symptomen.


Wie heißt eine reine Wahnstörung (ohne andere Symptome)?

Paranoia
Die Paranoia ist die klassische Ver-rücktheit.
Die Patienten entwickeln ein Wahnsystem, das aber die Integration der Persönlichkeit
nicht beeinträchtigt.
Die Paranoia gehört damit noch nicht zum schizophrenen Formenkreis. Sie kann aber eine
Schizophrenie einleiten, falls noch andere Zeichen wie Gedankeneingebung, akustische
Halluzinationen in Form von Rede / Gegenrede, Gedankenzerfahrenheit vorkommen.

Ein Paranoiker trägt seine Ängste und Befürchtungen lange Jahre unbemerkt mit sich
herum. Er wird erst auffällig, wenn der Wahn so stark geworden ist, dass es zu Hass,
Angriff oder Mord und Selbstmord kommt.
Die Patienten stehen unter hohem Leidensdruck. Je größer der Leidensdruck, desto mehr
flüchten sie in ihren Wahn. Sie sind nicht kooperativ.
Nennen Sie 5 häufige Wahninhalte!
Wahn als einziges Symptom kann noch als Neurose bezeichnet werden. Oft sieht es aber
so aus, dass der Wahn eine psychotische Episode einleitet.
Als Wahn bezeichnet man eine abstruse Idee, die der Patient unter allen Umständen als
wahr ansieht und die das Leben des Patienten und das seiner Umgebung beeinträchtigt.
Klinisch unterscheidet man :

Wahneinfall: (Wahngedanke, -idee) Er entsteht plötzlich, ohne adäquaten
Sinnesreiz von außen
Wahnstimmung (Wahnspannung) geht der eigentlichen Wahnerkrankung voraus
"Es liegt etwas Ungutes in der Luft"
Wahnwahrnehmung : Das ist eine umgedeutete reale Begebenheit: Die schwarze
Katze ist über den Weg gelaufen: Ein Zeichen, dass die Prüfung nicht gelingen wird
Wahnarbeit: Der Patient versucht, seine Wahnwahrnehmung
realistisch zu erklären.
Er strickt ein Wahnsystem daraus
Unterbrechung eines Gedankengangs. Worum handelt es sich hier?

Es handelt sich um eine Gedankenbeeinflussung: Symptome 1. Ranges nach
Schneider bzw. um eine:
Gedankensperrung (Störung der Assoziation nach Bleuler)

Was sind ICH-STÖRUNGEN?

Man spricht hier von einem Verlust der Meinhaftigkeit
Das Gefühl, vom eigenen ICH losgelöst zu sein. Das Herz, das da schlägt, ist nicht
das eigene, der Gedanke, der gerade gedacht ist, ist nicht der eigene
Der Gedanke ist von außen eingegeben (Beeinflussungserlebnis)
Auch die" Persönlichkeitsfehlwahrnehmung" gehört hierher: Der Patient meint
zwar, er wäre eine hochgestellte Persönlichkeit, benimmt sich aber wie immer

Ich-Störungen im engeren Sinn:

Gedankeneingebung
Gedankenlautwerden
Gedankenausbreitung

ICH-Störungen nach Bleuler:

Desintegration von Denken, Fühlen, Wollen
Entfremdungserlebnisse

Was sind Gedankeneingebungen, Gedankenlautwerden,
Gedankenbeeinflussung?
Die Störung der Gedankenwelt hängt eng mit der ICH-Störung zusammen.
Der Patient empfindet seine Gedanken nicht als seine eigenen. Er fühlt
sich bestrahlt, manipuliert.

Was ist eine Wahnwahrnehmung?
Eine reale Wahrnehmung, die im Sinne eines Wahns umgedeutet wird. Man sieht etwas
und ist überzeugt, dass damit eine bestimmte Mitteilung verbunden ist.
Erklären Sie das Phänomen: Stimmenhören in Form von
Rede / Gegenrede!
Es sind akustische Halluzinationen. Der Schizophrene hört Stimmen, die sich hinter seinem
Rücken über ihn unterhalten oder sein Handeln kommentieren.
Was sind Akoasmen?

Geräuschehalluzinationen: wie zischen, sausen, knallen

Wo kommen Akoasmen vor?

Schizophrenie
Aura bei Epilepsie
Delir (Alkoholismus)

Source: http://s495079457.e-shop.info/online/templatemedia/all_lang/resources/schizophrenie.pdf.pdf

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Chronic Daily Cannabis Smoking: Neuroadaptation, Residual Cannabinoid Excretion & Psychomotor Impairment Professor Dr. Dr. (h.c.) Marilyn A. Huestis Chief, Chemistry and Drug Metabolism Section, Intramural Research Program National Institute on Drug Abuse (NIDA), National Institutes of Health (NIH), Baltimore USA, and Adjunct Professor, School of Medicine, University of Maryland

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